Über Andere
959
Jede Linde hat ´ne Rinde,
manche Jungfer hat ´n Kinde.
Jede Katze hat ein Fell,
mit dem Kinde geht oft schnell.
960
Der Unterschied,
ob eine schwarze Katze
von rechts nach links
oder von links nach rechts
über die Straße läuft,
ist einzig der:
Läuft sie von rechts nach links,
dann will sie wohin.
Läuft sie dagegen von links nach rechts,
dann will sie woanders hin.
961
In der prallen Mittagshitze
läuft dir Schwitze in die Ritze.
Musst du schaffen noch dazu,
läuft sie manchmal bis in‘ Schuh.
962
Mit einem guten Gänsebraten
soll man nicht durch die Themse waten.
Denn in der Mitte ist´s zu tief,
und hältst du dann den Teller schief,
dann rutscht sie dir von hinnen,
kann plötzlich wieder schwimmen.
963
Der Waldemar, der Waldemar,
der knallt seine Alte gar
mit Gestöhne an die Wand,
weil er eine Neue fand.
Mit dieser wird es wieder gehn.
Ne neue Brille ist schon schön,
denn damit kann er besser seh´n.
964
Ein Berliner in München.
Es ist warm, er hat Durst und geht ans Isar-Ufer, um zu trinken.
Da sieht ihn ein Münchner und schreit:
"Jo, i glabb, i spinn! Host de se nimma alle? Du kannst doch des dreggete Isarwasser net saufa!"
Der Berliner hebt den Kopf und sagt:
"Wat haste jesacht, ick vasteh dia nich?"
Darauf der Münchner:
"Ich habe gesagt, du musst langsam trinken, das Wasser ist kalt."
965
Ein Elefant
ist schwerer als
tausend Mücken.
Masse ist Macht.
Tausend Mücken
auf einem Elefanten
treiben den Elefanten in den Wahnsinn.
Masse ist Macht.
966
Ganz früher hatten Ritter Pech,
denn ihre Rüstung war aus Blech.
Zog dann ein Gewitter auf,
nahm das Schicksal seinen Lauf
und es kam, wie‘s kommen musste,
jeder Ritter dieses wusste:
Die Blitze zucken, suchen Blech,
Zack, wieder ist ein Ritter wech!
Drum sind die Ritter ausgestorben
Die Gewitter ham’s verdorben.
967
Im Wald da hausten Wölfe.
Die kriegten von ´nem Jäger
ein jeder auf die Zwölfe.
968
So ein großer Eiskaffee
kühlt die Rübe wunderschee.
Ist die Hitze unerträglich
braucht man diesen fast tagtäglich.
Hat man da nur einen Durst,
dann reicht ganz gut ein kleiner.
Aber wenn man zwei Durst hat,
dann ist ein großer feiner.
969
Bei den Sorben
wird gestorben.
In der Pfalz
ebenfalls.
Überall im ganzen Land
ist das Sterben wohlbekannt.
Nicht die Armen, nicht die Reichen ,
niemand kann die Sache streichen.
Jeder von uns muss mal sterben
und die nach uns sind die Erben.
Was du gesammelt hast mit Müh,
das verprassen sie sehr früh.
Und schon bald bist du vergessen.
Mannomann! Ist’s das gewesen?
Nun kommt das Leben nach dem Tod.
Dort ist’s vorbei mit Erdennot.
Wir entscheiden jetzt hier unten,
wo wir „oben“ dann gefunden.
Hoffentlich im Paradies,
denn weiter unten ist’s echt fies!
970
Bleibt bei deiner Maus
mal die Regel aus.
Stell sie nicht an den Pranger.
Sie ist vermutlich schwanger.
Und daran bist auch du mit Schuld,
drum hab mit deiner Maus Geduld.
971
Das Rheinpferd hat zu viel geschafft,
drum hat‘s der Tod hinweg gerafft.
Die Schaffenskraft war zu verdorben,
drum ist das Rheinpferd ausgestorben.
Wo das Elbepferd geblieben,
das steht nirgendwo geschrieben.
Vielleicht ist es ja ausgestorben
beim Schaffen hinten bei den Sorben.
Das Nilpferd, das war schlauer,
drum ist es noch von Dauer.
Vielleicht liegt‘s ja am Nil,
dort schafft man nicht so viel.
(Siehe auch 992)
972
Gestern gab‘s im Lagerpark
wieder frischen Magerquark.
Magerquark ist so gesund,
drum kaufte ich mir auch drei Pfund.
Magerquark mit frischen Zwiebeln,
dann kannst du im Abort dübeln,
selbst die Nachbarn werden grübeln.
973
Warum die Hummel nicht mehr fliegt:
So eine warme Bummelmütze
wär für die kleine Hummel nütze.
Dann hätt sie nicht gefroren
an ihre kleinen Ohren.
Darum die Hummel nicht mehr fliegt
weil sie sonst kalte Ohren kriegt.
(Hast du schon mal die Ohren von Hummeln gesehen?
Nein?
Siehst du, so klein sind die!)
Tät sie so eine Mütze kriegen,
dann tät sie wieder gerne fliegen.
Drum lasst uns kleine Mützen stricken,
dass Hummeln froh zur Zukunft blicken.
974
Auf der schmalen Hühnerleiter
kommt nur eins der Hühner weiter,
wenn sie hier zum Eier legen
sich zum Stall hinauf bewegen.
Doch die andern müssen warten,
legen ihre gleich im Garten
auf die Wiese in das Gras.
Die nimmt dann der Osterhas!
Ach du griene Feierwehr!
Von dort kriegt der die Eier her!
975
Der alte Fuchs in seinem Bau,
der hielt sich für besonders schlau.
So lang davor der Jäger steht,
er niemals nicht nach draußen geht.
Doch auch der Jäger ist nicht dumm.
„Ich krieg das Füchslein schon noch rum.“
„Auf den Hochsitz!“ ward beschlossen.
Von dort den Fuchs er totgeschossen.
Weil`s Füchslein sich nach draußen schlich,
doch dieser Fehler rächte sich.
976
Das Zweihorn einst ein Dreihorn traf
und hat sich sehr verwundert.
Das dritte Horn, das schien zu viel.
Da sprach das Dreihorn leis und brav
„Von uns gibt es nur hundert.
Das Dritte ist nur ´n Besenstiel.“
(Siehe auch 1001)
977
Ein Nilkrokodil
frisst viel
ohne Ziel.
Für ein Nilpferd
hat das keinen Wert.
Es findet das verkehrt,
wenn man es beim Essen stert,
weil ihm das den Magen leert.
978
Wenn ich ein Vöglein wär,
könnt‘ ich fliegen.
Wenn ich zwei Vöglein wär,
könnt‘ ich hinter mir her fliegen.
Wenn ich drei Vöglein wär,
könnt‘ ich dabei zusehen, wie ich hinter mir her fliege.
Ende
(Vier Vöglein gleichzeitig kann man nicht sein!
Schon gar nicht als Erwachsener.)
979
Nach der Hochzeit zweier Vögel
wurden diese gefragt,
was sie denn so Schönes machen.
Da meinten sie,
aufgrund ihrer Wesensart
könnten sie den ganzen Tag nur vögeln.
980
Wenn hinter
Fliegen
Fliegen
fliegen,
fliegen
Fliegen
Fliegen
hinterher.
981
Man kann sich hinter Hecken
schlecht verstecken,
weil einen die Zecken
dort bis aufs Verrecken
so lange necken,
bis Blut sie schmecken.
Und ziehst du eine Zecke raus
ist’s mit der einen Zecke aus.
Doch die anderen, oh Graus,
saugen weiter Blut dir raus!
982
Was haben eine Waschmaschine
und ein Kaninchen gemeinsam?
Überhaupt nichts.
Beide können nicht fliegen.
983
Möchte man zwei Nilpferde in einen Kühlschrank sperren,
geht die Tür nicht mehr ganz zu.
984
Ein Elefant im Porzellanladen,
der wollte mal im Porzellan baden.
Doch der Besitzer sagte: „Nein!
Die Wanne ist für dich zu klein!
Du kriegst nicht mal drei Füße rein.“
Da sprach der Elefant: „Wie schade,
wo ich doch so gern bade.“
985
Immer wenn es Abend wird,
wird es draußen dunkel.
Wenn dann noch die Kälte klirrt,
schmerzt mich mein Furunkel.
986
Ein Nilpferd auf der Autobahn
birgt potenziell Gefahr.
Weil in den schnellen Autos dann
sich sträubt der Fahrer Haar.
Dies Tier hat keine Blinker dran,
drum g‘hörts nicht auf die Autobahn.
987
„Meine Oma“, sprach das Gnu,
„die kann nicht Schlittschuh laufen.
Darum macht es keinen Sinn,
ihr sowas noch zu kaufen.“
988
Wenn hinter hundert hinkenden Hyänen
hechelnde Horden hungernder Hunde hetzen,
können hektisch helfende Hummeln
nur halbwegs Hoffnung hegen.
989
Kurz vor Weihnachten ein Anruf vom Kinderhilfswerk UNICEF:
"Guten Tag, möchten Sie vielleicht ein Kind aus der Dritten Welt?"
Die Hausfrau meint:
"Ich weiß nicht so recht, bisher hatten wir immer eine Gans."
990
In der Serengeti ist es neulich einem Fotografen gelungen, gleichzeitig ein schwarzes Zebra mit weißen Streifen neben einem weißen Zebra mit schwarzen Streifen zu fotografieren.
(In der Fachwelt wird dieses Thema divergenz diskutiert.)
991
Wichtige Düngemittel:
Die Fliege steckt am Stalldung
und das Handy am Ladung.
Der Elektriker braucht Erdung
und der Soldat Haldung.
Auf der Straße braucht man Achdung
und wenn’s schief geht, Retdung.
Die Schweine kriegen Mäsdung
und die Piloten Ordung.
Das Auto braucht Wardung
und der Frühstückstisch Zeidung.
992
Ein Rheinpferd traf am Strand
ein Nilpferd ganz am Rand
und fragt: „Sind wir verwandt?“
Das Nilpferd jedoch weiter geht,
dieweil es doch kein Deutsch versteht.
Das Rheinpferd fragt das Elbepferd:
"Was war denn jetzt daran verkehrt?
Ich versteh die Welt nicht mehr,
das Nilpferd kommt mir nicht mehr her!"
(Siehe auch 971)
993
Das Mädchen vor mir bestellt Fritten.
Die hat so herrlich weiche Socken!
(Hab sie doch nur von hinten gesehen!)
994
Wenn die fiesen
Friesen
hinter Gießen
auf die miesen
Fliesen
schießen,
dann kannst du genießen,
wie sie auf den süßen Wiesen,
zitternd noch auf ihren Füßen
tapfer ihre Strafe büßen.
Lasst euch alle herzlich grüßen.
Ich werd‘ jetzt nach Gießen düsen.
995
Es war einmal ´ne alte Mücke,
die konnt‘ nur fliegen mit ´ner Krücke.
Doch diese flog sie über´n Haufen.
Jetzt kann die Mücke nur noch laufen.
996
Das Nilpferd sprach zu seinem Kinde:
"Wehe dir, wenn ich dich finde!"
Denn für das Kinde war sein Pech:
Gestern war es ziemlich frech.
Doch den frechen Nilpferd-Kindern
mit den frechen Nilpferd-Mündern
muss man diesen Weg verbauen
ihnen auf den Hintern hauen.
Nur so das Nilpferd-Kind es lernt:
"Mein Verhalten war echt Sch...
lecht.
In Zukunft bin ich lieber leise."
997
Auf so manchem Hühnerhof
ist´s für manche Hühner doof.
Denn die einen tut man pflegen,
weil sie ihnen Eier legen.
Doch der Rest, der sei nichts nütze,
höchstens für ´ne Hähnchengrütze.
Und wenn der Tierschutz auch sehr wettert:
der Rest, der wird eiskalt geschreddert.
998
Ein Kakadu
trifft ein Gnu,
denkt: "Nanu!
Fragt: "Wer bist du?"
Das Gnu
zum Kakadu
erwidert: "Nun gib Ruh,
du dumme Kuh,
mach den Schnabel zu!
Für solchen Blödsinn
ist´s zu fruh!"
999
Dem Nilpferd und dem Krokodil
war ständig dieser Stress zu viel.
Da dachten sich die Beiden:
"Jetzt lassen wir uns scheiden!"
1000
Zwei Gurken stehn im Obstregal.
Die eine, die heißt Liese.
Die spricht: "Mir ist das nicht egal,
wir müssen zum Gemüse."
1001
Das Einhorn einst ein Zweihorn traf
und fragte lieb: "Wer bist den du?"
Das Zweihorn sagte da ganz brav:
"Ich bin nur eine Kuh."
(Siehe auch 976)